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Gebrauchtwagenschnäppchen

 

Feilschen ist beim Autokauf Trumpf. (Foto: ddp)
Feilschen ist beim Autokauf Trumpf. (Foto: ddp)

 

Auf dem privaten Gebrauchtwagenmarkt gelten andere Gesetze als in den Schauräumen der Autohändler. Für Barzahler gibt es keinen Sonderrabatt, denn "Cash auf die Kralle" ist selbstverständlich. Und der Listenpreis spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Seit Jahren rückläufig
Seit vier Jahren ist der Markt für Gebrauchtwagen nun bereits rückläufig. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wechselten in der ersten Jahreshälfte 3,4 Millionen PKW den Besitzer. Das sind 1,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig ist der Fahrzeugbestand in der Republik stetig gewachsen. Im Januar 2003 rollten laut offizieller Statistik 53,6 Millionen Fahrzeuge über unsere Straßen, knapp 45 Millionen davon waren Personenkraftwagen. Auf jeden Haushalt kommen damit im Schnitt 1,16 Autos. Folge: Es wird immer schwerer, seinen "Gebrauchten" loszuwerden. Andererseits ist es für Käufer leichter geworden, die Preise zu drücken.

 

 

 Vorher informieren

Ebenso wie beim Neuwagenkauf ist es wichtig, sich im Internet und in den Tageszeitungen gut über die Preise zu informieren, bevor man sich einen Wagen ansieht. Hilfreiche Seiten für die Bewertung von Gebrauchtwagen sind:
www.schwacke.com oder www.dat.de/gebraucht.html
Je nach Modell, Alter und Kilometerleistung zeigen die Datenbanken die durchschnittlichen Preise an. Ist der Gebrauchte ins Visier gefasst, helfen folgende Tipps beim Feilschen:

 

Die wichtigsten Tipps:

*       Treten Sie niemals alleine zu einer Probefahrt an. Nehmen Sie einen Auto-Tüftler aus Ihrem Freundeskreis mit. Erstens sehen vier Augen mehr. Zweitens verhandelt es sich besser zu mehreren. Drittens ist es von Vorteil, wenn jemand ein Urteil fällt, der nur mit dem Verstand bei der Sache ist.

*       Nennen Sie einen Maximalpreis, über den Sie nicht hinausgehen wollen.

*       Sammeln Sie Minuspunkte. Hat das betreffende Auto Sonderausstattung und Extras, machen Sie dem Verkäufer klar, dass Sie Klimaanlagen eigentlich nicht mögen und der Dachgepäckträger nur Kratzer macht. Sieht der Wagen nicht gepflegt aus, gibt das noch einmal Abzug.

 

Allerdings sagt ein polierter Lack noch nichts über den technischen Zustand aus. Deshalb sollten Sie bei der Begutachtung eines Gebrauchtwagens auf folgende Punkte achten:

*       Achsmanschetten: Vor allen Dingen bei Fahrzeugen mit Frontantrieb verschleißen die Gelenkmanschetten im Laufe der Zeit. Wenn aus Einrissen das Fett quillt, wird die Antriebswelle durch eindringenden Schmutz zerstört und läuft schnell trocken.

*       Bremsflüssigkeit: Wenn es aus dem Hauptbremszylinder hinter dem Behälter tropft, kann die Bremse versagen. Finger weg von diesem Auto!

*       Bremsleitungen: Rost an den Bremsleitungen bedeutet das Aus beim nächsten TÜV. Deshalb Augen auf! Zeigen die Leitungen unter dem Wagenboden Korrosionsspuren, ist auch der beste Preis für den Wagen verschenktes Geld.

*       Bremsscheiben: Wenn die Bremsscheiben Wellen oder Schnitte haben, müssen sie erneuert werden. Und das ist ein teurer Spaß.

*       Fahrzeugpapiere: TÜV und Abgasuntersuchung (ASU) sollten aktuell sein. Wichtig sind auch die Vorbesitzer: Haben die Besitzer schnell gewechselt, kann das ein Indiz dafür sein, dass jemand das Auto schnell wieder loswerden wollte. Startete das Auto seine Karriere als Mietwagen, ist davon auszugehen, dass es in den ersten - für die Laufruhe entscheidenden - Kilometern nicht besonders liebevoll eingefahren wurde. Fehlt das Wartungsheft, wurde der Wagen vermutlich nicht regelmäßig inspiziert. Und natürlich sollte eine schriftliche Bestätigung, dass das Auto unfallfrei ist, nicht fehlen.

*       Fußraum: Ist es unter der Fußmatte feucht, droht Rost unterm Boden. Ein weiteres Indiz für viel Feuchtigkeit sind von innen beschlagene Fensterscheiben.

*       Kühlwasserschläuche: Verliert der Wagen Flüssigkeit durch poröse Schläuche, droht die Überhitzung des Motors.

*       Lack: Wellen im Lacke deuten auf gespachtelte Stellen hin ? die vermutlich Reparaturen vertuschen sollen. Kleine Bläschen verraten den Rost unterm Lack.

*       Probefahrt: Immer Lüftung und Radio ausschalten. Nur so hört man verdächtige Geräusche.

*       Reifen: 1,6 Millimeter Profil sind vorgeschrieben. Vier Millimeter sollten die Reifen aber schon haben.

*       Sitze: Dreckige Bezüge und wackelige Sitze geben Punkte-Abzug. Falls es eine Sitzheizung gibt, sollte sie getestet werden - auch wenn die Probefahrt im Sommer stattfindet.

*       Gewerbliche Händler müssen inzwischen übrigens mindestens ein Jahr Gewährleistung bieten ? dieser Anspruch darf auch nicht durchs Kleingedruckt ausgeschlossen werden.

 

 

 


 

 

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